Ziel ist es, eine gleichmässige Verteilung der Druck- und Zugkräfte, im gesamten Sohlenbereich, zu erhalten. Dabei spielt die gleichmässige Stärke der Sohle, von der Zehe bis zum Ballen, eine bedeutende Rolle.
Oft wird nur die Länge der Zehe, bei der Hufbearbeitung, in Betracht gezogen. Jede Meinung ist leicht unterschiedlich. Was die Länge bzw. Höhe der Trachten angeht, gehen die Meinungen stark auseinander.

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Michael T. Savoldi, hat tausende toter Hufe untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass, bei nicht gleichmässiger Belastung der gesamten Sohle, es zu Schäden vorallem am Hufbein, Strahlbein und gesamter Hornkapsel kommen kann.

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zu1. es scheint eine, in etwa korrekte Fesselwinkelung zu sein, die Zehe ist zu lang und nicht geradlinig

zu2. es wurde ein Teil der Trachte entfernt und man kann gut erkennen, auf welcher Höhe sich die Sohle befindet

zu3. nach Entfernen überschüssigen Sohlenhorns, erkennt man die Länge der Trachten und welchen Einfluss diese auf die Mechanik des Hufes haben

zu4. zeigt das korrekte Zurückschneiden des Tragerandes, um eine parallele Sohlenfläche herzustellen. Die Länge der Zehe ist in diesem Fall weniger ausschlaggebend, als die Länge der Trachten

Fortsetzung

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zu1. die zu hohe Trachte, wurde zur Veranschaulichung stehengelassen. Gut zu erkennen ist die Verformung im Zehenbereich durch den entstandenen Druck

zu2. das Horn im vorderen Bereich wurde entfernt, man erkennt jetzt schon, den vermehrten Druck im Zehenbereich

zu3. die Form der Sohle, lässt auf einen vermehrten Druck im Zehenbereich und Trachtenbereich schliessen

zu4. nach Entfernung des überschüssigen Trachten, ist zu erkennen, wie der hintere Sohlenabschnitt nach oben gestaucht worden ist

Unser Ziel sollte sein, diese Verzerrungen bzw. ungleichen Krafteinwirkungen an der Sohle und Hornkapsel zu verhindern.
Deshalb ist es wichtig, Kräfteverhältnisse an der Hornkapsel / Sohle zu verstehen und gegebenfalls zu korrigieren.

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Pathologische Veränderungen an Sohle und Hufbein

zu1. durch vermehrten Druck im Zehenbereich, wird die Sohle flach gedrückt und das Hufbein degeneriert

zu2. der Rand des Hufbeins ist aufwärts gedrückt worden und erscheint lippig

zu3. am proximale Bereich der Sohle, weisen die dunkelroten Stellen auf Quetschungen hin.

zu4. nach Entfernen der Lederhaut sind deutliche Zeichen von Degeneration und Verformung am Hufbein zu erkennen.

Als Hufschmiede müssen wir verstehen und erlernen, was der Huf uns zeigt. Wir dürfen den Huf nicht in eine Form bringen, weil wir glauben, dass es richtig ist, sondern wir müssen sehen und verstehen, was im Moment vorhanden ist.

Vielen Dank an, Hufschmied Michael T. Savoldi