Metabolisches Syndrom

 

Das metabolische Syndrom ist eine Erkrankung die ursprünglich in der Humanmedizin beschrieben wurde. Das metabolische Syndrom ist die Erkrankung des Menschen, die für einen Großteil der Herzinfarkte mitverantwortlich ist.

Beim Pferd hat sich in den letzen Jahren herausgestellt, dass es eine sehr ähnliche Krankheit gibt. Das metabolische Syndrom des Pferdes führt jedoch nicht zum Herzinfarkt, sondern zur Hufrehe oder zumindest zur Anfälligkeit für Hufrehe.

Die Pferde sind zumeist übergewichtig und haben ungewöhnliche Fettpolster an bestimmten Körperbereichen. Im speziellen am Hals, an der Schulter, auf der Kruppe und auch im Schlauchbereich bei männlichen Tieren.
Die Stuten hingegen fallen durch schlechte Fruchtbarkeit und abnormale Rossezyklen auf.

Diese Pferde werden dem Tierarzt oft mit unerklärlicher Lahmheit, in der Symptomatik durchaus der Hufrehe gleichend, vorgestellt. Zunächst scheint die Ursache der Hufrehe rätselhaft, in vielen Fällen jedoch ging eine Futterumstellung mit abrupter Änderung des Proteingehaltes, zum Beispiel schon durch Fütterung einer neuen Heuballens, oder eine Arbeitspause des Pferdes über einige Tage, dem Hufreheschub voraus. Häufig weisen die Hufe der Tiere die typischen sichtbaren Veränderungen am Huf auf, wie etwa die sogenannten Futterrillen, divergierende Ringe, eine verbreiterte weiße Linie oder auch eine nach außen gewölbte Sohle.

Das Blutbild zeigt eine leichte bis erhebliche Erhöhung des Glukosewertes und eine erhöhte Tryglyceride-Konzentration. Besonders auffällig ist der erhöhte Insulinwert, der durch ein spezielles Verfahren durch den Tierarzt bzw. Labor festgestellt werden kann.

 

Veterinäforscher erkennen viel eher und häufiger die verschiedenen Stadien der Insulinresistenz beim Pferd.
Möglicherweise geschieht dies, weil die Pferde heute länger leben und die Veterinärmedizin sich weiterentwickelt.
Das frühe Stadium, welches zum Diabetis-Typ II führt, wird Insulinresistenz genannt, die Körperzellen werden weniger und weniger empfindlich dem natürlichen Insulin gegenüber.
Insulin wird in Erwartung des Glukoseniveaus freigesetzt, es regt die Körperzellen an es aufzunehmen.
In den Zellen wird Glukose für Energie genutzt oder als Glycogen oder Fett gespeichert.
Bei Pferden mit Diabetis bricht dieses System zusammen.
Die Körperzellen werden immer weniger für Insulin empfänglich, der Körper produziert mehr Insulin.
Für eine Weile kann der Blutzuckergehalt so noch reguliert werden,auf Dauer führt dies zum Ausfall der insulinproduzierenden Zellen.
Das eingelagerte Fett an Mähne; Kruppe usw. resultieren aus der Unfähigkeit des Körpers Glukose zu verarbeiten, also wird sie unpassend als Fett gespeichert.


Einige Forscher glauben, dass dies bei einigen Rassen evolutionär angelegt ist.
Betroffene Pferde haben einen geringeren Energiebedarf und bedürfen Arbeit um das Gewicht zu regulieren.
Beim Menschen treten Durchblutungsstörungen in den Füßen auf.
Dr. C.C. Pollitt von der Veterinärschule an der Universität von Queensland in Australien
hat Forschungen bzg. Hufrehe getätigt und dabei vermutet, dass diese Krankheit mit dem Glukosemetabolismus verbunden ist, die, die Zellen der empfindlichen Huflederhaut schädigt und somit zur Hufrehe führt.
Viele Pferde zeigen klinische Symptome, die dem ECS ähnlich sind.
Die erste Behandlung eines Diabetikers ist immer Diät und regelmäßiger Sport.
Dies ist auch beim Pferd wichtig.

Diese einfachen Schritte verbessern die Glukoseaufnahme und verlangsamen eine Entwicklung der Insulinresistenz.

 

Ist das Pferd aber erst an dem Metabolischem Syndrom erkrankt, sollte peinlichst genau darauf geachtet werden, daß dieses Pferd kohlenhydratarm ernährt wird. Das bedeutet den Abschied von Getreide in jeder Form, keine Möhren, keine Äpfel, überhaupt alles, was nicht Heu oder unmelassierte Rübenschnitzel ist, fällt dieser strikten Diät zum Opfer.


Fütterungsempfehlung

Ganz wichtig ist das regelmäßige und tägliche Training dieser Pferde, gerade die Bewegung ist ein hervorragender Therapeut für diese Pferde, denn auch durch Muskelarbeit wird der Blutglukosewert niedrig gehalten.
Sollte ein solches Pferd gerade einen akuten Hufreheschub erleiden, muß das Training warten, bis die Hufrehe komplett abgeklungen ist.

Pferde mit Diabetis bleiben reitbar und leistungsfähig, lediglich die Fütterung ist konsequent kohlenhydratarm vorzunehmen.

3) Laborwerte:
sollten nach einer zwölfstündigen Fastenperiode erhoben werden.
(Normwerte sind z.T. laborabhängig, bitte dort erfragen)
- Insulin (Norm = 70 - 140 pmol/l) ist erhöht: kann bei MS über 300 pmol/l ansteigen
- Glukose (Norm = 55 - 95 mg/dl) ist zumeist leicht erhöht: liegt bei MS zumeist bei 110 - 140 mg/dl
- Triglyzeride (Norm = unter 50 mg/dl) sind ebenfalls meist leicht erhöht: steigen auf über 50 mg/dl. Bedenklich wird es etwa ab 200 mg/dl (Hyperlipidämie)
- Cortisol (Norm = 3 - 6,7 µg/dl) und ACTH (Norm = 20 - 50 pg/ml) sollten normal sein, können jedoch bei schmerzbedingten Streßsituationen
  (akute    Hufrehe!) leicht ansteigen und daher falsch positiv sein.
- Dexamethasontest (Blutabnahme, 40 µg Dexamethason/kg Körpermasse intramuskulär, neuerliche Blutkontrollen nach 15 und 19 Stunden)
  dient dem   Ausschluß des ECS: beim gesunden Pferd erfolgt Absinken des Cortisolwertes unter 1 µg/dl
- Schilddrüsenwerte T 3 (Norm = 0.3 - 0.9 µg/l) und T 4 (Norm = 1.3 - 4.1 µg/dl) können fälschlicherweise zu niedrig sein
   ("euthyroid sick syndrome" )  die Schilddrüse lässt sich jedoch mit einem TRH - Stimulationstest normal stimulieren.
- intravenöser Glukosetoleranztest: 0,5 g Glukose/kg Körpermasse wird in 50%iger Lösung rasch intravenös infundiert und der Zuckerspiegel in kurzen Abständen kontrolliert. Beim gesunden Pferd erfolgt eíne Rückkehr in den Normbereich nach etwa ein bis zwei Stunden. Beim EMS bleibt der Spiegel auch nach drei Stunden noch erhöht (Insulinresistenz)

Wir Chromhefe , haben wir sehr gute Erfahrungen bei der Therapie von EMS gemacht.

 

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